Wettkampfregeln
Wettkampfregeln im Judo

Wettkampfregeln im Judo

Hajime Vielleicht schaust Du Dir zum ersten Mal einen Judo-Wettkampf an und hast etwas Schwierigkeiten, das Geschehen auf den Matten so richtig zu verfolgen. Damit das Zuschauen etwas verständlicher wird, werden wir Dir hier auf dieser Seite die Kampfregeln in Judo vorstellen: Wenn in folgenden von Kämpfern, Gegnern, Kampfrichtern usw. die Rede ist, sind damit selbstverständlich Frauen (Mädchen) und Männer (Jungen) gemeint.

Ippon Auf der Kampffläche - zwischen 5m x 5m bei Kindern bis zu 10m x 10m bei den Spitzenkämpfern inklusive der roten Matten - befinden sich neben den beiden Kämpfern noch zwei oder drei "Figuren" im schwarzen Blazer bzw. weißem Hemd: Der Mensch in der Mitte ist der Hauptkampfrichter, am Rand auf den Stühlen sitzen die Außenrichter. Die Kämpfer tragen zur Unterscheidung zu ihrem Graduierungsgurt noch jeweils einen weißen oder roten Kampfgürtel. Auf großen internationalen Meisterschaften kannst Du auch die neuen weißen und blauen Judoanzüge zur Unterscheidung - besser fürs Fernsehen - sehen.

Wazaari Die Kommandos der Kampfrichter sind weltweit gleich: Alles ist auf japanisch. Der Kampf wird mit Hajime (= anfangen) gestartet, und die beiden Judoka versuchen nun, nach dem Griffkampf den Gegner aus dem Gleichgewicht zu bringen, um ihn dann technisch geschickt und gekonnt zu werfen und am Boden 25 Sekunden lang festzuhalten - Osaekomi (= Haltegriff beginnt). Die Älteren und die Erwachsenen dürfen auch Hebeln oder Würgen, um so den anderen zur Aufgabe zu zwingen. Gelingt dies perfekt, so ertönt Ippon (= voller Punkt, Sieg) und der Kampf wird mit Soremade (= das war´s) beendet.

Yuko Auf den Matten stehen jedoch immer zwei Judoka, die sich gegenseitig daran hindern perfekte überwältigende Techniken zu zeigen. So gelingt es oft nicht, den Gegner schwungvoll genug auf den Rücken oder die Seite zu werfen bzw. ihn lange genug festzuhalten - Toketa (= Haltegriff gelöst). Dann bewertet der Kampfrichter evtl. nur noch mit Wazaari (= Technik ist erkennbar, halber Punkt) oder Yuko (= mittlere Wertung) oder Koka (= kleine Wertung). Eine höhere Wertung zählt mehr als alle anderen kleineren Wertungen zusammen, d.h. ein eigener Yuko wiegt mehr als vier gegnerische Koka. Die Wertungen werden auf den Tafeln am Zeitnehmertisch angezeigt. Dort werden auch die Kampflisten geführt. Bei den Erwachsenen beträgt die effektive Kampfzeit 5 Minuten (Männer) bzw. 4 Minuten (Frauen), bei Kinder je nach Altersklasse 2 bis 4 Minuten. Bei jeder Unterbrechung - hier ruft der Kampfrichter Matte - wird die Zeit angehalten.

Koka Neben positiven Bewertungen für Aktionen im Sinne des Judo gibt es allerdings auch negative Bewertungen - Bestrafungen für Passivität, regelwidrige, unfaire oder gar gefährliche Handlungen. Die höchste, aber selten ausgesprochene Strafe ist Hansokumake (= Disqualifikation). Schon häufiger wird ein Keikoku (= Verwarnung, entspricht einem positiven Wazaari) gegeben. Kleinere "Unregelmäßigkeiten" werden mit Chui (entspricht einem Yuko) oder Shido (entspricht einem Koka) bestraft. Nach dem Kammpfende werden die Bestrafungen des Einen dem Anderen positiv angerechnet.

Osaekomi Außer in Mannschaftskämpfen - nur dort kommt es gelegentlich zum Hikiwake (= Unentschieden) - gibt es beim Judo immer Sieger und Verlierer. Sollte am Kammpfende auf der Wertungstafel Gleichstand herrschen, müssen die Kampfrichter (KRs) entscheiden. Für dieses Hantei (= KR-Entscheidung) wird durch Heben einer weißen bzw. roten Kelle deutlich gemacht, wer zum Sieger erklärt werden soll. Entscheidend sind dann die unbewerteten "Bauchlandungen", angesagte Haltegriffe oder das aktivere Kämpfen (positives Judo). Nicht immer werden alle Entscheidungen der KRs auf allen Seiten akzeptiert. Doch oft ist der jeweilige Blickwinkel entscheidend für die Bewertung einer Aktion und diese Blickwinkel sind oft verschieden. KRs tun bestimmt ihr Bestes, aber sie stehen natürlich bei jeder Entscheidung unter zeitlichen Zugzwang, und so kann es natürlich auch schon mal zu Fehlern kommen - jedoch bestimmt nicht absichtlich!

Toketa Je nach Turnier und Teilnehmerzahl gibt es im Judo verschiedene Austragungsmodi. Üblicherweise wird in einem sogenanten Doppelt-KO-System gekämpft, d.h. wer verliert kommt in die sogenannte Trostrunde. Die beiden bisher ungeschlagenen Kämpfer, die übrig bleiben, stehen im Finale. Die Verlierer erhalten in der Trostrunde eine zweite Chance und kämpfen wieder in einem KO-System. Wer nun hier verliert scheidet aus dem Turnier aus. Die beiden letzten Kämpfern treten nicht mehr gegeneinander an, so daß es zwei dritte Plätze gibt. Bei geringen Teilnehmerzahlen wird "Jeder gegen Jeden" gekämpft und derjenige mit den meisten Siegen bzw. Punkten wird Sieger.

Sieger Viel Spaß beim Zuschauen !

Bei Interesse kannst du gerne unseren Kreis-Kampfrichterreferent fragen.

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24.02.2008
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